noch nicht - nicht mehr

laut und leise

Das Zündfunkinterview mit Sven Regener hat in Deutschland die Urheberrechtsdebatte im Netz wie in den traditionellen Medien, laut und leise, im persönlichen Gespräch wie in der Öffentlichkeit (kurzfristig) aufleben lassen. (Ich hoffe, wir bleiben dran und nutzen die Chance nun miteinander anstatt durcheinander über dieses Thema zu debattieren.)

Drei Texte, die mir in dem Zusammenhang an vielen Stellen aus dem Herzen sprechen:

In Österreich wird die Debatte zu dem Thema bereits seit einigen Monaten intensiv geführt. Die IG Kultur Österreich hat dazu auf ihrer Website eine Sammlung der Beiträge zusammengestellt.

Mitte März veröffentlichte Felix Stadler, er lebt u.a. als freier Autor in Wien, auf seinem Blog den sehr lesenswerten Text „Jenseits des Urheberrechts. Der Niedergang der fordistischen Kulturindustrien“, aus dem ich an dieser Stelle vor allem den folgenden Gedankengang hervorheben möchte:

„Dabei ist die Alternative zwischen Kulturindustrie1.0 und Kulturindustrie2.0 eine falsche. Vor unseren Augen entsteht ein drittes Modell, eine neue soziale Ökonomie im Kulturbereich, indem ProduzentInnen und RezipientInnen in ein flexibles und kooperatives Verhältnis zu einander treten. Soziale, kulturelle und ökonomische Dimensionen werden neu miteinander verknüpft, anstatt sie strikt voneinander zu trennen. Das Publikum wird ermächtigt, seine Anerkennung der Leistungen der KünstlerInnen nicht nur durch Bezahlung an der Kasse und mittels Applaus in Gegenwart der KünstlerInnen zum Ausdruck zu bringen, sondern sich durch verschiedene Aktivitäten in die Produktion einzubringen und sei es nur, dass sie sich mittels Crowd-funding an der Vorfinanzierung eines neues Werks beteiligen. Das erfordert aber ein Umdenken von Seiten der KünstlerInnen und ein verändertes Verhältnis zum Publikum. Hat die Entstehung des fordistischen Modells den AutorInnen erlaubt, sich aus der persönlichen, hierarchischen Abhängigkeit des feudalen Mäzenatentums zu lösen und in eine abstrakte, marktvermittelte Gleichheit zu ihrem Publikum zu treten, so bietet die aktuelle Situation die Möglichkeit, sich von der abstrakten Gleichheit des Marktes zu lösen und in eine hochgradig persönliche und gleichberechtigte Beziehung zum Publikum zu treten. Keine einfache, aber eine sehr vielsprechende Herausforderung, die weit über den Kulturbereich im engeren Sinne hinaus weist.“

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